Wann ist Weihnachten?

Jetzt, wo das zweite Lichtlein brennt und es so allmählich  heller und wärmer wird…. Jetzt möchte ich Sie mit einer kleinen Geschichte auf die kommende Zeit einstimmen und Sie den ganzen vorweihnachtlichen  Stress wenigstens für eine kleine Weile mal vergessen lassen:

 

Mit Gold bezahlt – (Quelle unbekannt)  Bildquelle:Fotolia-THesImplify

Nach ihrem tollen Erfolg beim letzten Trödelmarkt ging Hermine mit beflügelnder Begeisterung daran, neue Ideen für den nächsten Flohmarkt zu sammeln. Altes hatte sie nicht mehr, also musste Neues her.

Kritiker behaupten, auf einem Flohmarkt zu stehen sei Verschwendung von Geld, Gut und Gehirnschmalz. Ach, diese Leute haben ja keine Ahnung, wie viel Spaß und Freude es macht, viele neue Menschen zu treffen, alten Bekannten zu begegnen und manche Freundschaft aufzufrischen.

Natürlich musste Hermine……

……….an solchen Tagen schon mitten in der Nacht aufstehen, um vier Uhr bereits ihren Stand aufbauen, weil um fünf Uhr die ersten Schnäppchenjäger über den Markt schnüffelten.

Als neues Element in Hermines Palette brachte sie heute selbst gebastelte Gewürzsträuße in verschiedenen Größen mit. Alle Wohlgerüche Arabiens schienen ihren Stand zu umwehen.

Wochenlang hatte Hermine zu Hause gebastelt, gedreht und geschnitten. Lorbeerblätter, Zimt- und Vanillestangen, Pfeffer- und Nelkenkörner – alles war kunstvoll zusammengebunden, in gold- und silberfarbige Manschetten gesteckt und zu wunderschönen Biedermeiersträußchen gebunden.

Sie hatte in ihrer Begeisterung so viele gemacht, dass sie sich beim Auspacken am Stand nun bange fragte, ob sie die Kauflust der Leute nicht überschätzt hatte. Als sich jedoch später der Strom der Besucher wie ein träger Lindwurm durch die Straße schlängelte, waren alle Bedenken verflogen. „Ihre Sträußchen sind allerliebst“, hörte sie immer wieder. Viele wechselten bald den Besitzer und Hermines kleine Kasse füllte sich prächtig.

Gegen Mittag wurde es etwas ruhiger. Da bemerkte Hermine zum ersten Mal den kleinen, etwa fünf Jahre alten Jungen neben ihrem Stand. Wie lange er sie schon beobachtet hatte, wusste sie nicht.

„Nun, kleiner Mann, was möchtest du denn?“

Erschrocken rannte der Junge weg und verschwand durch die farbverschmierte Haustüre gegenüber. Hermine wandte sich anderen Dingen zu. Doch bereits zehn Minuten später war der Junge wieder da. Scheu, mit ängstlichen dunklen Augen stand er etwas abseits und sah aus wie ein struppig verwaister Pudel. Hermine lächelte ihm aufmunternd zu. Zögernd kam er näher.

„Ich möchte einen großen Strauß.“

„Für dich?“, fragte Hermine.

„Nein, für meine Mutter. Sie liegt oben im Bett und ist krank.“

Hermine blickte an der schäbig grauen Fassade des Hauses hoch. „Hier“, sagte sie und reichte dem Jungen ein hübsches Sträußchen. Doch der Kleine schüttelte energisch den Kopf. „Nein, ich will so einen ganz großen Strauß wie dort drüben.“

„Der kostet aber ziemlich viel Geld.“

„Das macht nichts. Ich kann bezahlen. Nehmen Sie auch Gold?“

Verwirrt schaute Hermine ihn an. Doch der kleine Knirps zog bereits umständlich einen ordentlich gefalteten Zettel aus der Tasche: „Großvater hat gesagt, das hier ist Gold wert.“

Hermine nahm den Zettel und las ihn. Bedächtig faltete sie ihn wieder zusammen und sagte: „Allerdings, das hier ist ein wertvolles Zahlungsmittel.“ Dann holte sie den größten und schönsten Strauß, den sie hatte und überreichte ihn dem Jungen.

„Bekomme ich noch etwas Gold heraus?“

„Leider habe ich kein solches Wechselgeld hier. Deshalb nimmst du lieber diesen Zettel wieder mit. Du kannst ihn sicher noch gut gebrauchen.“

Freudestrahlend und gewichtig mit Zettel und Strauß balancierend überquerte der kleine Mann die Straße, um seiner Mutter sein Geschenk zu bringen.

Die Standnachbarin hatte alles mit angehört. „Womit hat der Junge bezahlt?“, fragte sie. Hermine drehte sich zur Nachbarin: „Mit dem Wertvollsten, was er besaß. Mit einem Zettel, auf dem stand:

Lieber Mirco,

möge Gott dich dein Leben lang begleiten, behüten und segnen.

In Liebe, dein Großvater


Immer, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten.
Immer, wenn man anderen Menschen hilft, ist Weihnachten.
Immer, wenn ein Kind geboren wird, ist Weihnachten.
Immer, wenn man seinem Leben einen neuen Inhalt gibt, ist Weihnachten.
Immer, wenn man einander Wohlwollen entgegenbringt, ist Weihnachten.
Immer, wenn man Wege des Friedens und der Gerechtigkeit sucht, ist Weihnachten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen eine besinnliche Advendszeit, Licht und Liebe und einen stets wachsamen Schutzengel an Ihrer Seite !

 

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